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THI schreibt Erfolgsgeschichte(n)
aus der Kategorie Stadtgeschehen
geschrieben von Melanie Arzenheimer

Mit einem Raumschiff ist sie bei diesem Festakt immer wieder verglichen worden, die Technische Hochschule Ingolstadt (seit diesem Tag hat sie sogar einen eigenen, spacigen Jingle). Und so bewegten sich Akteure und Gäste der 25-Jahr-Feier in unterschiedlichen Dimensionen - von der Gründung der Hochschule bis zum Blick auf das Jahr 2030, in dem man 10 000 Studenten unterrichten möchte. Diese 10 000 Studenten wären im Gründungsjahr der Hochschule wohl noch als Sciene Fiction abgetan worden, denn das Raumschiff startete gerade mal mit vier Professoren, wie THI Präsident Prof. Dr. Walter Schober in seiner Begrüßung betonte. 90 Studenten begannen damals ihr Studium, wobei es eigentlich 100 Plätze gab – aber zu wenige Bewerber. Heute unvorstellbar!

THI Präsident Prof. Dr. Walter Schober mit THI Studenten aus aller WElt, die zuvor ein "Happy Birthday" in mehreren Sprachen gesungen hatten.

Als eine Hochschule in ständiger Bewegung beschrieb Schober sein Institut mit den derzeit 650 Mitarbeitern und rund 6000 Studenten und Studentinnen aka Studierende (Schober: „Studierende gibt es eigentlich gar nicht. Es sind Studentinnen und Studenten, weil sie ja nicht immer studieren, sondern auch etwas anderes machen.“). Und es gäbe etliche Herausforderungen zu meistern, etwa im Kampf um die Technologieführerschaft insbesondere mit China, den Wandel in der Automobilindustrie und den Bewusstseinswandel in der jungen Generation, die Nachhaltigkeit vor Wirtschaftswachstum stelle. Verstärkte Investitionen in die Forschung seien hier gefragt. Und: „Wir müssen die Abwendung der Forschung in den Mittelpunkt stellen,“ so Schober. Und weil der bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler auch zum Festakt geladen, war, richtete der THI-Präsident seine Forderungen gleich direkt an ihn, etwa „Gleichmacherei und Gießkannenprinzip“ bei der Hochschulförderung zu beenden. „In uns investiertes Geld ist gut angelegt!“ versicherte er und verwies auf den zügigen Ausbau der THI auf 10 000 Studentinnen und Studenten, den Campus in Neuburg, den Digitalisierungsbau in Ingolstadt und das Wissenschaftszentrum für digitale Mobilität.

V.l.: Reinhard Brandl, Bernd Sibler, Walter Schober und Christian Lösel

Voll des Lobes für die THI war Oberbürgermeister Christian Lösel in seinem Grußwort, in dem er abschließend meinte: „Wir sind stolz auf eine so erfolgreiche Hochschule!“ und Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler meinte: „Man kann nur von einer Erfolgsgeschichte reden!“ Die Lage der Hochschule sei perfekt, richtig und ideal, auch weil das wohnortnahe Studium dadurch ermöglicht und so ein wichtiger Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit geleistet werde. Der Minister sicherte dabei zu den, Hochschul-Standort Ingolstadt weiter zu fördern: „Ingolstadt ist eine Perle unter den Hochschulen in Bayern, die nicht in Problemen denkt, sondern in Lösungen.“ Und mit Blick auf THI-Präsident Schober wurde es dann auch ein „bisserl privat“, denn Bernd Siblers Vater und der von Walter Schober waren einst Kollegen: „Mein Vater war Heizer bei seinem Vater als Lokführer in Plattling.“

In verschiedenen Gesprächsrunden (inkl. Mehrgenerationen-Moderation von Absolventin Anne-Sophie Kopytynski  und Professor Robert Wittmann) gewährten u.a. Alt-OB Peter Schnell, der erste Hochschulpräsident Dr. Hartmut Sax, der langjährige Präsident Prof. Dr. Gunter Schweiger und der ehemalige Wissenschaftsminister Hans Zehetmair Einblicke in die Anfangszeiten der Hochschule. Einen Ausblick in die Zukunft wagten Christina Obermaier, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Zentrum für Angewandte Forschung, Prof. Dr. Ingrid Stahl, Professorin für Mensch-Maschine-Interface Design, und THI-Kanzler Christian Müller.

Über ihre berufliche Laufbahn berichteten - siehe VIDEO - Dr. Markus Grüneisl, von 1997 bis 2001 Studierender an der THI und heute Hauptabteilungsleiter für Produktionssysteme und Digitalisierung bei BMW, Tas Islam, der 2003 für seinen Master of Business Administration aus Bangladesch nach Ingolstadt kam und heute Leiter für Strategie, Management und Planung bei Infineon ist und Judith Roggenkamp, derzeitige UXD-Studentin.

 

Vergeben wurden außerdem zwei Innovationspreise, die künftig im Zwei-Jahres-Turnus verliehen werden: Den Innovationspreis Lehre erhielt Alexander Decker, Professor für Digitale Medien, für seine innovative Form des Unterrichts. Der Innovationspreis Forschung wurde an das Forscherteam „Lernfähige Batteriesysteme“ um Prof. Dr.-Ing. Christian Endisch vergeben.

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