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Ortstermin neuer FCI-Trainingsplatz
aus der Kategorie Stadtgeschehen
geschrieben von Vanessa Rohner

Verschwinden der Stiftl-Hütte ändert vermutlich nichts

Am Montag (9. September) stellte sich bei einem erneuten Ortstermin am Audi-Sportpark heraus, dass auch der Abbau der Stiftl-Hütte, recht wenig an der Situation ändert, dass der geplante FCI-Trainingsplatz (Hybridrasen) zu Teilen im Landschaftsschutzgebiet liegen wird.

Weil in der Asamstraße nördlich der Paul-Wegmann-Halle das Mittelschulzentrum Süd-Ost neu gebaut wird, muss der FC Ingolstadt 04, der bislang dort trainiert hat, weichen. Und die Stadt muss für Ersatz sorgen. So weit, so gut. Im Januar 2019 war die Baugenehmigung für einen neuen Trainingsplatz im Süden des Audi Sportparks erteilt worden.

Aber erst, nachdem der Platz 35 Meter nach Westen verschoben wurde, weil er zur Hälfte in einem Landschaftsschutzgebiet gelegen hatte. Dennoch war es nicht zur vermeiden, dass sich das Gelände immer noch teilweise in das Landschaftsschutzgebiet erstreckt. Die Planung von vier Ausgleichsflächen (4.900 Quadratmeter) und einer Neuaufforstung (2.400 Quadratmeter) führten dazu, dass auch das Umweltreferat die Kompromisslösung mittrug.

Mehrere Alternativen waren vorher überprüft worden:

  • Auf dem IN-Campus-Gelände (noch nicht erschlossen)
  • Auf Großmehringer Flur (ebenfalls noch nicht erschlossen)
  • Südlich der Manchinger Straße (zu weit weg vom FC-Gelände)

Doch keine überzeugte. Bereits Anfang des Jahres waren erste Motorsägen zugange. Die betreffenden Bäume sind also bereits gerodet.

Im Mai 2019 wurde dann bekannt, dass die Stiftl-Holzhütte mit Alm-Charakter am Audi-Sportpark verschwinden würde, da sie sich bereits in der Zweiten Liga wegen Besucherrückgangs nicht mehr rentiert hatte. Mittlerweile ist die Hütte abgebaut.

Der geplante Abbau hatte die Stadtratsfraktion der Grünen auf die Idee gebracht, den Platz vom Landschaftsschutzgebiet weg zu rücken und die Natur zu erhalten. Der Antrag sollte schnellstmöglich überprüft werden.

Um den Antragstellern und anderen Interessierten ein Bild vor Ort zu ermöglichen, wurde ein Ortstermin anberaumt. Das Ergebnis dürfte eher ernüchternd ausgefallen sein.

„Die Stiftl-Hütte war nie das Problem“, betont Kulturreferent Gabriel Engert. „Entfluchtung und Entwässerung sind das eigentliche Problem“, ergänzt er. Laut FC-Geschäftsführer Franz Spitzauer sei die Fläche vor dem Stadion als Feuerwehrumfahrt und Fluchtweg vorgesehen und müsse mindestens sechs Meter in der Breite messen, um angemessene Sicherheit für rund 15.000 Besucher zu gewährleisten. Auch die Entwässerung sei aktuell über- und unterirdisch geregelt und müsste bei einer Verlegung des Spielfeldes komplett neu konzipiert werden – auch ein finanzieller Aspekt.

Für Petra Kleine, Fraktionsvorsitzende der Grünen-Stadtratsfraktion und OB-Kandidatin, liege das Feld eindeutig an „falscher Stelle“ und es werde in eine schöne Fläche eingegriffen. „Der Eingriff ist bereits erfolgt“, betonte Engert.

Bürgermeister Albert Wittmann wies alle Beteiligten nochmal auf den Zeitdruck hin. Schließlich werde die Schule an der Asamstraße dringend und so schnell wie möglich benötigt.

Spätestens im Herbst 2023 soll alles fertig sein, damit die Mittelschüler rechtzeitig ihre neue Schule beziehen können. Das heißt: spätestens im Jahr 2021 müsste mit dem Bau begonnen werden (2 Jahre) – mit vorheriger Planung (1 Jahr). Bis zum Frühjahr 2020 sollte also im besten Fall alles geregelt sein, schließlich müssen auch noch Firmen beauftragt werden. Ein wahrlich „sportliches“ Programm also, das da noch vor dem Stadtrat liegt.

Das Thema FCI-Trainingsplatz wird sicher in einer der nächsten Ausschuss-Sitzungen wieder Thema sein.

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