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70 Jahre Audi Ingolstadt: drei Sonderausstellungen eröffnet
aus der Kategorie Stadtgeschehen
geschrieben von Melanie Arzenheimer

Nanu? Ist der Audi-Bahnhalt schon eröffnet? Und das mitten im Audi Forum? Nicht ganz. Aber im Rahmen des runden Audi Geburtstags „70 Jahre Standort Ingolstadt“ kann man schon mal „Probe sitzen“, so wie es der Leiter des Ingolstädter Audi-Werks Albert Mayer und der Geschäftsführer der Auto Union GmbH, Thomas Frank getan haben. In gleich drei Ausstellungen befasst sich das Unternehmen nicht nur mit der Firmengeschichte: „Wir schauen nicht nur zurück,“ erklärte Albert Mayer den Pressevertretern, die im Audi Forum einen Einblick in gleich drei Sonderausstellungen zum 70-jährigen Bestehen des Unternehmens am Standort Ingolstadt bekamen.

Albert Mayer und Thomas Frank beim "Warten auf den Zug" auf der Audi Piazza

W wie Westen

Am Anfang war das W. W wie West. W wie in DKW RT 125 W. Dieses Motorrad bekam den Zusatz „W“, weil es im Westen, genauer in Ingolstadt produziert worden ist. Und das in einer Firma, die am 3. September 1949 gegründet wurde: Die Auto Union GmbH. Nach 16 Jahren in Sachsen ist das Unternehmen nach Bayern gezogen und nahm dort in alten Festungsbauten seine Produktion wieder auf. Das Hauptquartier lag damals noch in der Schrannenstraße mitten in der Altstadt, die verschiedenen Abteilungen waren über die Vereinigten Hüttenwerke in der Stadt verteilt. Damals war kaum absehbar, dass 70 Jahre später daraus ein Weltkonzern werden würde. „Wenn man heute etwa von Lenting her auf das Werk zufährt, dann meint man, das ist eine eigene Stadt. Diese Entwicklung ist beeindruckend,“ erklärt Thomas Frank. Und so geht es in der Ausstellung „W49 – Neustart in Ingolstadt“ im museum mobile nicht nur um die Entwicklung und Produktion der ersten Fahrzeuge (wie der DKW Schnelllaster), sondern um die Wechselwirkung zwischen Stadt und Unternehmen. Um die verschiedenen Blickwinkel zu verdeutlichen, sind im Museum große durchsichtige rote und blaue Folien aufgespannt – je nachdem durch welche Farbe man blickt, ist dahinter ein anderes Motiv zu entdecken, zum Beispiel eine Ankündigung des Donau-Ring-Rennens und an selber Stelle ein Foto von Motorrad-Legende Gustl Hobl (der im Übrigen 88-jährig immer noch in Ingolstadt lebt). Und so werden die Anfangsjahre 1949 bis 1959 im museum mobile thematisiert.

44.000 Audianer wo einst Bomben fielen

Der zweite Teil der Audi Geschichte beginnt 1959 mit dem Bau des Werks am heutigen Standort im Norden der Stadt. Auf einem Gelände, das im Zweiten Weltkrieg von Bomben zerschunden wurde, arbeiten heute rund 44.000 Mitarbeiter und bis heute trifft man bei Bauarbeiten auf explosive Hinterlassenschaften: „Selbst ein gefüllter Feuerlöscher aus dem Zweiten Weltkrieg wurde beim Bau des Kreisverkehrs entdeckt,“ erklärt Werksleiter Albert Mayer. Er selbst hat 1979 seine berufliche Laufbahn bei Audi begonnen und etliche der Meilensteine in der Firmengeschichte miterlebt, um die es in der Ausstellung „Ein Werk – 1.000 Geschichten“ im Gebäude Markt und Kunde (A51) gleich gegenüber von Museum und Fahrzeugauslieferung geht. Nicht nur wichtige Modelle und Verkaufsschlager wie das Audi Coupé („Es hat fast so ausgesehen wie der Ur-Quattro und war ein unheimlich erfolgreiches Auto“) oder die A-Klasse als Rivale zur Golfklasse sind dort zu sehen. Eine Bilderreihe zeigt zum Beispiel, wie sich auch das Audi-Logo im Wandel der Zeit veränderte. 1978 bestand es noch aus dem sogenannten „Audi Oval“. Erst im Jahre 1985 lösten es die Vier Ringe ab. Sie symbolisieren die Marken Audi, DKW, Horch und Wanderer. Auch der legendäre quattro-Antrieb wird in dieser Sonderausstellung gewürdigt. Ein Werbespot machte damals Furore: Der Rallyefahrer Harald Demuth fuhr 1986 mit einem Audi 100 CS quattro die Skisprungschanze Pitkävuori in Finnland hoch. Eine Bilderreihe veranschaulicht dieses historische Highlight und die Remakes des Werbefilms in den Jahren 2005 und 2019.

IN-Campus, Bahnhalt, vernetzte Autos

In drei Pavillons auf der Audi Piazza gibt das Unternehmen einen Ausblick auf die künftigen Investitionen in den Standort Ingolstadt. Unter anderem werden der neue Bahnhalt „Ingolstadt Audi“ und der IN-Campus vorgestellt. Der Bahnhalt wird Ingolstadts dritter Bahnhof, Eröffnung ist im Dezember 2019. Der neue Mittelbahnsteig wird sowohl ans Audi-Werk als auch ans öffentliche Verkehrsnetz barrierefrei angeschlossen. Der IN-Campus entsteht im Osten der Stadt Ingolstadt. Dafür wird das Gelände einer ehemaligen Erdölraffinerie in einen Technologiepark umgewandelt. Und auch die Entwicklungsprojekte wie vernetzte Autos oder das Thema „25. Stunde“ werden thematisiert, ebenso der interne Umbau bei Audi – in all seinen Dimensionen von der Produktion bis zur Logistik.

Die Ausstellung „W49“ im museum mobile dauert bis Ende Februar 2020. Die beiden anderen Ausstellungen sind bis 21. September 2019 für Audi-Mitarbeiter und alle Interessierten zugänglich.

Riesenprogramm am kommenden Sonntag

Am Tag des Offenen Denkmals (Sonntag, 8. September) werden in Ingolstadt spezielle Führungen und Schnelllastertouren zum Thema „70 Jahre Standort Ingolstadt“ angeboten – und zwar am Josef-Strobl Platz, wo sich einst das Auto Union Verwaltungsgebäude befand. Anmeldungen nur vor Ort am Tag der Veranstaltung möglich.

DKW-Schnelllaster-Touren finden von 11:00-17:00 Uhr jede volle Stunde statt, dazu Vorträge „Auf den Spuren der Auto Union“ um 11:30-12:15 und 14:30-15:15 Uhr, Ensembles der Audi Bläserphilharmonie 11:00, 13:45, 15:45 und 16:45 Uhr und Führung/-en: 10:45, 12:45, 14:45 und 16:30 Uhr.

Anhand eines Flyers kann man sich auch selbst zu den historischen Wurzeln des Unternehmens begeben.

Hier weitere Impressionen in unserem Flickr-Kanal:

70 Jahre Audi Standort Ingolstadt

 

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