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Fußballprofi aus China für den FC 04?
aus der Kategorie Sport
geschrieben von Melanie Arzenheimer

Junge Fußballer aus Foshan waren drei Wochen lang beim FC Ingolstadt 04

Dass es auf den Trainingsplätzen des FC Ingolstadt 04 in den Sommerferien nur so „wuselt“ ist nichts Ungewöhnliches, schließlich gehören Fußballferiencamps der Schanzer Fußballschule zum Stadtartprogramm des Vereins. Die Jungs, die da aber auf Platz Nummer 5 gegeneinander antraten, waren besondere Gäste: 20 Nachwuchsfußballer (Jahrgang 2005 und 2006) aus dem chinesischen Foshan haben gerade ein dreiwöchiges Fußballcamp beim FC 04 absolviert. Zum Abschluss gab ein kleines Spielchen gegeneinander – mit FC Urgestein Andi Buchner, der an diesem finalen Tag den Leiter der Fußballschule Alex Günther vertrat und den Spielern bescheinigte: „Es ist viel Talent da!“

Zu diesem Zeitpunkt hatten die jungen Gäste, die im Hotel Domizil untergebracht waren, bereits ein straffes Programm absolviert. Drei Wochen Trainingscamp mit je zwei Trainingseinheiten am Tag und an den Wochenenden Ausflüge nach München und Nürnberg. „Sie sind extrem fleißig und diszipliniert. Wenn wir gefragt haben, ob sie mal einen Trag frei haben wollen, kam die Antwort: Nein!“, erklärte Sebastian Graßl, Mitarbeiter im Projektbereich Internationalisierung beim FC 04 (und den Fußballfans auch als Spieler beim VfB Eichstätt bekannt). Natürlich durften die Gäste auch die Heimspiele des FC Ingolstadt 04 im Stadion mit verfolgen inklusive des DFB-Pokal-Krachers gegen den 1. FC Nürnberg. Die Stimmung in einem reinen Fußballstadion mit zu erleben – sicherlich ein außergewöhnliches Erlebnis, denn in China sind die Stadien zwar groß, aber eben als Stadien für mehrere Sportarten konzipiert. Die Nähe zum Spielfeld wie sie im Audi Sportpark gegeben ist, gibt es in China nicht, so FC Sportdirektor Michael Henke. Der muss es wissen. Hat er doch ein Jahr lang in Shanghai gearbeitet. In der Partnerschaft mit dem Fußballverband von Foshan, die im Februar unterzeichnet wurde, sieht der Sportdirektor eine große Chance, den Verein breiter aufzustellen und auch gesellschaftlichen Verpflichtungen nach zu gehen. „Der FC hat – auch wenn man gerade in der Dritte Liga spielt – einen gewissen Stellenwert im Fußball. Und in China herrscht eine große Begeisterung für diesen Sport.“

Florian Günzler, Michael Henke und Profi Benedikt Gimber übergaben Medaillen und Urkunden an die Gäste mit den komplizierten Namen...

Michael Henke verabschiedete die jungen Gäste, die im Frühjahr bei unzähligen Sichtungen in Foshan aus rund 1000 (!) Jungs ausgewählt wurden, an deren letztem Trainingstag zusammen mit dem kaufmännischen Leiter Florian Günzler höchstpersönlich und betonte, beide Seiten könnten von dieser Art des Fußball-Kulturaustausches profitieren: „Mein Wunsch wäre ein chinesischer Spieler bei den Profis des FC. Vielleicht kommt er ja in ein paar Jahren aus Foshan!“ Und so nehmen die Teeanger aus Foshan vor allem eines mit nach Hause, nämlich Motivation. Auf die Frage, ob Fußballer denn ein Traumberuf für ihn sei, antwortete der 13-jährige Hong Le Wei: „Ich wäre gerne Fußballprofi!“ Vieleicht ja eines Tags sogar beim FC Ingolstadt 04.

 

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