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Büger vor Wahlplakaten verschonen
aus der Kategorie Stadtgeschehen
geschrieben von Melanie Arzenheimer

Petra Flauger (FW) möchte zur kommenden Kommunalwahl in Ingolstadt eine Reglementierung erreichen. Schließlich seien tausende von Wahlplakaten im Stadtgebiet alles andere als eine nachhaltige Angelegenheit.

An die 400 Kilogramm waren es wohl, die Petra Flauger, Landtagskandidatin der Freien Wähler in Ingolstadt, nach der Landtagswahl mit ihren Mitstreitern entsorgt hat. 400 Kilogramm Plakatmüll. Und das war eben nur die Menge, die ihre Partei im Stadtgebiet Ingolstadt „verursacht“ hat. „Mir war das vorher nie so bewusst, aber es ist irre, wie viel Müll da anfällt. Und das, obwohl wir bei der FW noch sparsam waren und immer zwei Kandidaten auf einem Plakat hatten,“ erklärt Petra Flauger. Rund 1000 Plakate pro Gruppierung seien bei der Landtagswahl in Ingolstadt verwendet worden, so ihre Schätzung.

Petra Flauger mit ihrem "Indoor-Plakat" im Wahlkampf vor der Landtagswahl (das Plakat wurde nach der Veranstaltung eingepackt und mitgenommen).

Wenn man das nun auf die kommende Kommunalwahl mit ihren 13 Gruppierungen und 50 zu vergebenden Stadtratsmandaten umrechnet, dann schwant ihr nichts Gutes: „Ich rechne mit 10 000 Plakaten mindestens.“ Sie wünscht sich daher, dass die Menge an Plakaten, die zur Kommunalwahl 2020 in Ingolstadt aufgehängt werden dürfen, mittels einer entsprechenden Satzung klar reglementiert wird. Etwa, dass nur bereits vorhandene Werbemöglichkeiten und die städtischen Plakatständer genutzt werden dürfen. Auch eine maximal erlaubte Anzahl an Plakaten pro Partei sei denkbar, so wie es beispielsweise in Neuburg praktiziert wird. Bei Verstößen drohen Bußgelder. „Ich habe hundert Prozent Vertrauen in unseren Stadtrat, hier eine vernünftige Lösung zu finden.“

„Ich habe immer einen Seitenschneider dabei!“

Ein weiteres Problem neben möglichen Sichtbehinderungen während die Plakate hängen und der anschließenden Müllverursachung (im übrigen werden ja nicht immer alle Plakate vorbildlich entsorgt, sondern enden in Grünanlagen oder am Straßenrand) sind die Kunststoff-Hinterlassenschaften, sprich Kabelbinder. Diese hängen oft Wochen und Monate nach dem Entfernen des Plakats an Laternenpfählen und Pfosten, auch in der Nähe von Bushaltestellen oder an Radwegen. Das kann ins Auge gehen: „Ich habe immer einen Seitenschneider dabei!“ meint Petra Flauger.

Hinterlassenschaften eines Wahlkampfs: Kabelbinder am Laternenpfahl. (Foto: Flauger)

Die stellvertretende Vorsitzende der Freien Wähler Ingolstadt möchte das Thema jetzt anstoßen, um es vielleicht im Sommer noch in den Stadtrat einbringen zu können. Schließlich würden die Wahlplakate bereits im Herbst bestellt. Sie ist sich dabei durchaus bewusst, dass sie nicht die erste mit dieser Idee ist und sie damit bei Parteikollegen und den Vertretern der anderen Gruppierungen nicht unbedingt für Begeisterung sorgt: „Wir wollen Strohhalme verbieten und Plastikbeutel vermeiden, können aber nicht nur von den Bürgern verlangen, sich einzuschränken, sondern müssen als Politiker auch selbst Vorbild sein.“ Schließlich habe sich die Stadt Ingolstadt das Thema Nachhaltigkeit groß auf die Fahnen geschrieben.

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