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Aussichten nach dem brutalen Sturz
aus der Kategorie Sport
geschrieben von Melanie Arzenheimer

Interview mit Schwarz-Rot Blogger Maximilian Randelshofer

Die Saison 2018/19 ist – zumindest was die Profimannschaft des FC Ingolstadt 04 betrifft - als „Katastrophensaison“ in die Vereinsgeschichte eingegangen. Einer, der den Verein seit vielen Jahren intensiv beobachtet, ist Maximilian Randelshofer. Der 25-Jährige ist Autor von „111 Gründe den FC Ingolstadt 04 zu lieben“ (erschienen bei „Schwarzkopf&Schwarzkopf“) und bloggt auf „Schwarz-Rot“ (www.schwarzrot-blog.de). Im Interview spricht er über Versäumnisse und Chancen.

Maximilian, Hast Du den Abstieg schon verdaut?
Es ist so eine Mischung, zwischen Trauer und Aufbruchsstimmung. Wir spielen gegen neue Gegner, dürfen in vielen neuen Stadien antreten. Und wir haben wieder zwei Derbys gegen 1860. Andererseits ist natürlich auch klar, dass der Sturz von der zweiten in die dritte Liga schon brutal ist, alleine was die mediale Aufmerksamkeit, Zuschauerzahlen, Fernsehgelder usw. angeht. Aber die Vorfreude auf die neue Saison wird in den nächsten Wochen steigen.

Was aber trotz des sportlichen Misserfolgs der ersten Herrenmannschaft nicht vergessen werden darf ist, dass unsere U19 einen sensationellen 3. Platz in der Bundesliga erreicht hat und unsere Frauen in die 2. Bundesliga aufgestiegen sind.

Was ist aus Deiner Sicht in der vergangenen Saison schiefgelaufen?
Es wurden viele Fehlentscheidungen getroffen, die am Ende dazu geführt haben, dass die Mannschaft verdient abgestiegen ist. Die Frage, ob der Kader insgesamt zu schwach war, lässt sich nicht abschließend beantworten, da Tomas Oral mit einer pragmatischen Spielweise nochmal geschafft hat, uns in die Relegationsspiele zu führen. Auch durch die notwendigen Trennungen von Angelo Vier und Harald Gärtner kehrte nie wirklich Ruhe in den Verein ein. Insgesamt wurden sportlich viel zu viele falsche Entscheidungen von der sportlichen Leitung und dem Aufsichtsrat getroffen.

Du bekommst ja auch Reaktionen der Fans mit - wen oder was machen die als Schuldigen aus?
Die sportliche Leitung und der Aufsichtsrat, die eben die sportlichen Entscheidungen getroffen haben.

Kann man sich in Liga 3 auf etwas freuen oder heißt es "Augen zu und durch" (und bald wieder aufsteigen)?
Grundsätzlich gibt es so einiges, auf was man sich freuen sollte. Einige bayerische Duelle gegen Würzburg, Bayern II, Unterhaching und zwei Derbys gegen 1860. Viele neue Stadien und Premierenduelle z. B. gegen Meppen, Preußen Münster, Waldhof Mannheim usw. Und hey, wir dürfen nach Köln. Zwar nicht zum großen „Effzeh“, aber immerhin zur Viktoria. Die Anstoßzeit, meistens samstags um 14:00 Uhr, ist natürlich nicht so attraktiv. Und durch die schlechte Platzierung vorherige Saison bzw. durch den Abstieg haben wir nach neun Jahren wieder ein Heimspiel in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals.

Was wünscht Du Dir vom Verein für die Zukunft?
Jetzt ist der ideale Zeitpunkt mal den Reset-Knopf zu drücken um sich wieder vernünftig aufzustellen. Das heißt konkret, einen guten Sportdirektor verpflichten und mehr Expertise in den Aufsichtsrat holen. Auf der Trainer-Position wäre für mich Roberto Pätzold der ideale Kandidat. Wir sollten auch unsere jungen Spieler fördern und sie weiterentwickeln mit viel Spielpraxis. Wichtig ist, dass der neuen Mannschaft und den Führungspersönlichkeiten ausreichend Zeit gegeben wird. Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut.


Aktuelle Einschätzungen und Meldungen zum FC Ingolstadt 04 gibt’s unter www.schwarzrot-blog.de

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