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Zauberwort „IN-Campus“
aus der Kategorie Stadtgeschehen
geschrieben von Vanessa Rohner

Am Montag fand die offizielle Grundsteinlegung auf dem IN-Campus-Gelände im Osten Ingolstadts statt

In Ingolstadt wird die Zukunft vorangetrieben. Egal ob es um autonomes Fahren, Künstliche Intelligenz oder Flugtaxis geht. Einer der nächsten Schritte im Fortschritt ist der IN-Campus auf dem Gelände einer ehemaligen Erdölraffinerie (1965-2008 in Betrieb) im Ingolstädter Osten, in den die IN-Campus GmbH, ein Joint Venture der AUDI AG und der Stadt Ingolstadt, investiert. Ab Ende 2020 wird dort der Fokus auf Technologien der Zukunft liegen – das Kürzel „IN“ im Namen steht übrigens für Innovation. Ein Innovationscampus also.

Am Montag (13. Mai) legten der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder, Ingolstadts Oberbürgermeister Christian Lösel, Audi Produktionsvorstand Peter Kössler und die beiden Geschäftsführer der IN-Campus GmbH den offiziellen Grundstein für das gesamte Projekt. In der Zeitkapsel im Grundstein wurden für künftige Generationen eine aktuelle Tageszeitung, alte Baupläne des Raffineriegeländes, eine Silbermünze, neue Baupläne des IN-Campus und eine Audi-Broschüre verstaut.

Die Bebauung auf dem 75 Hektar großen Gelände läuft bereits im ersten Bauabschnitt (bis 2023) – insgesamt sind drei Bauabschnitte geplant. Bis zum Baubeginn war ein langer Weg: Nachdem die IN-Campus GmbH das Gelände 2015 erworben hatte, musste im Herbst 2016 erst einmal mit der Sanierung von Boden und Grundwasser begonnen werden. Aus rund 1.200 Erkundungsbohrungen und 50.000 Laboranalysen hatte sich ergeben, dass insgesamt 22 Hektar der Fläche belastet und sanierungsbedürftig waren. 900 Tonnen Schweröl, 200 Tonnen Leichtbenzin und 100 Kilogramm per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) befanden sich im Boden. Mit hochmodernen Methoden (Abstromsicherung, Air Sparging-Methode und Wabenaushub mit nachgeschalteter Bodenwäsche) sollen die Sanierungsarbeiten 2022 größtenteils abgeschlossen sein.

Die Sanierung des IN-Campus-Geländes (der Vertrag dazu wurde auf den Tag genau drei Jahre vor der Grundsteinlegung unterschrieben) ist eine der größten laufenden Boden-Sanierungsmaßnahmen in ganz Deutschland und die erste komplette Sanierung eines Raffineriegeländes in Bayern.

„Hier in Ingolstadt sehen wir: Naturschutz und Spitzentechnologie gehen in Bayern Hand in Hand. Mit dem IN-Campus wird aus einer Alt-Raffinerie ein Innovationszentrum der Automobilindustrie auf saniertem bayerischem Boden. Durch das Engagement der AUDI AG und der Stadt Ingolstadt werden Natur und Landschaft geschützt und gleichzeitig viele neue Arbeitsplätze geschaffen. Das ist ein klares Bekenntnis zum Standort Ingolstadt. Zukunftsprojekte wie diese zeichnen Bayern und seine Unternehmen aus“, betont Markus Söder.

OB Christian Lösel ergänzt: „IN-Campus ist Sinnbild für den technologischen Wandel in unserer Stadt: Einst Raffinerie, bald Innovationscampus. Wir bauen hier aber nicht nur neue Gebäude. Wir schaffen hier die Arbeitsplätze der Zukunft, für die Technologien der Zukunft! Dieser beispiellose Innovationscampus ist ein großartiges Bekenntnis von Audi zum Standort Ingolstadt. Der heutige Grundstein ist daher ein Symbol gleich in zweierlei Hinsicht: Der Startschuss für den IN-Campus, zugleich der Grundstein für die weiterhin gute Entwicklung Ingolstadts“.

„Mit dem IN-Campus setzen wir ein umweltschonendes Sanierungsprojekt um, das in Bayern seinesgleichen sucht. Wir sanieren ein ehemaliges Erdölraffinerie-Gelände vollumfänglich, statt bislang unbebaute Flächen zu verbrauchen“, sagt Peter Kössler. „Zugleich schaffen wir Zukunft, denn hier wird Ingolstadts neue Denkfabrik mit klugen Köpfen von Audi, Wissenschaftlern, Start-ups und Partnerunternehmen entstehen. Es macht mich stolz, dafür heute den Grundstein zu legen“.

Von den 75 Hektar Gesamtfläche werden 60 Hektar künftig als Gewerbe- und Industriegebiet genutzt, die restlichen 15 Hektar sollen für Natur und Landschaft als Ausgleichsflächen renaturiert werden.

Im Bauabschnitt 1 soll zunächst das Projekthaus, das bereits in Bau ist, fertiggestellt werden. Der Komplex besteht aus vier Gebäuden mit 42.000 Quadratmetern Büro- und Werkstattfläche. Bereits Ende 2020 sollen in dieser Ideenfabrik etwa 1.400 Entwickler von Audi und Partnerfirmen an innovativen Technologieprojekten arbeiten. Ein Fahrzeug-Sicherheitszentrum mit einer hochmodernen Crash-Arena, ein Rechenzentrum, ein Funktionsgebäude samt Feuerwache und eine Energiezentrale komplettieren den Abschnitt, der bis 2023 abgeschlossen sein soll. Auf den restlichen Teilflächen werden dann nach und nach weitere Zukunfts-Projekte entstehen.

Einzigartig sind nicht nur die zusammenhängende Fläche von 75 Hektar, die Nähe zum Audi-Stammwerk und die optimale Anbindung an die Autobahn A9. Auch die offene und naturnahe Konzeption ist einmalig. Der IN-Campus, der urbanen Raum mit der Ruhe der Donauauen verbinden wird, soll echten Campus-Charakter ausstrahlen und wird deshalb in Zukunft nicht von einem Werkzaun umgeben sein. So entsteht ein vitaler Kommunikations- und Begegnungsraum für Mitarbeiter und Besucher.

„Als kleiner Junge haben sich mir hier vor allem die Schornsteine und der Gestank eingeprägt. Alle dachten mit dem Grün wäre es für immer vorbei. Schon, dass wir uns alle geirrt haben. Das Zauberwort für die Renaturierung eines Teils der Fläche lautet „IN-Campus“, betont Peter Kössler.

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