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Kunst auf der Landesgartenschau
aus der Kategorie Stadtgeschehen
geschrieben von IN-direkt

Die Landesgartenschau Ingolstadt wird ab dem 24. April nicht nur mit Blumen, Veranstaltungen und einer tollen Parkanlage begeistern, sondern auch mit Kunst. Insgesamt werden auf dem Gartenschaugelände fünf Kunstwerke zu finden sein. Drei davon ausschließlich für die Dauer der Landesgartenschau, zwei sind Teil des neu erstandenen Landschaftsparks und bleiben dauerhaft auf dem Gelände.

Temporäre Kunstwerke

Für die temporären Kunstwerke wurde im Januar 2019 vom Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Oberbayern Nord & Ingolstadt e.V. (BBK) ein zweistufiger Wettbewerb ausgeschrieben. Aus insgesamt 17 Einsendungen wählte eine Jury, bestehend aus Vertretern der Stadt Ingolstadt, des BBK und der Landesgartenschau Ingolstadt, drei Werke aus. Diese werden auf dem Gelände verwirklicht und sind während der Laufzeit der Landesgartenschau zu sehen.

Die erste Installation trägt den Titel „join in“ und stammt von der Ingolstädter Künstlerin Dagmar Hummel. Ausgangspunkt ihres Kunstwerks ist ein gebräuchliches Gartengerät – der Laubrechen. Auf den Kopf gestellt werden aus den Werkzeugen 18, um die 3,20 Meter hohe Figuren mit punktartig behaartem Kopf. Diese sind in ihrer momentanen, individuellen Tanzbewegung eingefangen und sollen den Betrachter mit Lebensfreude erfüllen und zum Mitmachen einladen. „join in“ wird in der Nähe des Wasserspielplatzes zu sehen sein.

Auf der Apfelbaumwiese begegnen Gartenschaubesucher der Skulptur „Das Paar“ von Georg Brinkies. Sie besteht aus zwei jeweils drei Meter hohen Stämmen aus Lärchenholz. Die kristallin-kantig gestalteten Figuren stehen sich im Dialog begriffen gegenüber. Zwischen den beiden bearbeiteten Stämmen entsteht ein Innenraum, der sich nach außen spiegelt. Beim Herumgehen um die Skulptur wird der Übergang von innen nach außen und von außen nach innen spürbar. Das Spiel von Licht und Schatten gestaltet das Kunstwerk mit.

„Vermeiden Sie jede Art von Schattenbildung!“ fordert der Künstler Thomas Neumaier mit dem Titel seines Kunstwerks. Es besteht aus insgesamt zwanzig weißen Schildern, die spielerisch die Systeme unseres Zusammenlebens überprüfen und auf die Probe stellen. Das Werk soll zeigen, dass ein Park eigentlich gar kein Stück Natur ist, sondern ein durchdachtes Ordnungssystem. Mit seiner Kunst greift Thomas Neumaier in dieses Gefüge ein, indem er Schilder im öffentlichen Raum durch absurde Umdeutungen („Bei Hitzestau Rettungsgasse bilden“; „Freiwachsenden Pflanzen ist der Aufenthalt in den städtischen Grünanlagen untersagt“) neu interpretiert.


Dauerhafte Kunstwerke

Zwei weitere Kunstwerke werden den durch die Landesgartenschau entstandenen Landschaftspark dauerhaft bereichern.

Über einen zweistufigen Wettbewerb wurden insgesamt 117 Konzepte eingereicht. Aus diesen wählte eine Jury in der ersten Stufe sechs Gewinner aus. Diese fertigten dann ein Modell ihres Beitrags im Maßstab 1:20 an. Aus diesen Modellen wählte die Fachjury, bestehend aus Kunst-/Kulturexperten, Kunstschaffenden und Vertretern des Stadtrates, der AUDI AG und der Stadtverwaltung, die beiden Gewinner.

Das 11 x 6 x 4,5 Meter große Kunstwerk „The Mirror – der Spiegel“ von Christine Perseis hat die Stadt Ingolstadt erworben.
Die blattfömige Skulptur, die zwischen Spielhügel und Apfelbaumwiese stehen wird, spiegelt die Umwelt, die Umgebung, wir, du, ich wieder. Der Leitgedanke dieser Skulptur ist die Selbstreflexion, die Eigeninitiative. Nachts wird die Plastik sanft vom ausschließlich eigens erzeugten Strom durch Solarmodule hinterleuchtet.
Symbolik & Formen greifen Themen auf, die auf der Landesgartenschau eine Rolle spielen: Nachhaltigkeit, Waben, Bienen, Blatt, Natur, alternative Energien, autarker Strombetrieb, Zukunft, Nachdenken, verweilen.

Die AUDI AG, Hauptsponsor der Landesgartenschau Ingolstadt 2020, kaufte für den neuen Ingolstädter Landschaftspark das Werk „Entfaltung im Raum“ von Reinhard Scherer an. Das fast sieben Meter hohe Werk aus Cortenstahl greift die Formensprache der Planung des Gartenschaugeländes auf. Geometrische Formen werden zu einem vertikalen, kristallinen Körper zusammengefügt. Mit wenigen elementaren Formen (Dreieck, Parallelogramm, Raute) wird eine raumumspannende, lebendige Rhythmik und plastische Vitalität erfahrbar gemacht. Sichtbare Schweißnähte, Schnitte und Kanten gleichen gerichteten Linien. Flächen sind aufgerichtet zu einem vertikalen Körper: In der Wahrnehmung kann der Betrachter auf geradezu physische Weise den Werkprozess der Skulptur ablesen. So wird ein Bogen gespannt zu den Potentialen der Stadt: zu Forschung und Industrie, zu Kunst und Kultur. Platziert ist es im südlichen Geländeteil, in der Nähe des Stadtlabors.

Foto: THE MIRROR – DER SPIEGEL von Christine Perseis©Christine Perseis

 

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